info Ihre Kirchensteuer ist gesunken!

Die Reformen der letzten Jahre haben die Steuerlast stärker auf indirekte Steuern wie die Mehrwertsteuer verlagert. Dadurch ist die Kirchensteuer, die an die Lohn- und Einkommensteuer gekoppelt ist, deutlich gesunken.

Ein Beispiel: Ein Ehepaar, das 2005 34.000 € zu versteuern hatte, hätte nach den Steuergesetzen von 1998 494 € Kirchensteuern zahlen müssen. Tatsächlich waren 2005 nur noch 369 fällig.

 

Hintergrundinformationen und Belege:

Die Berechnung des Beispiels ist ein wenig kompliziert. Für ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von 60.000 DM schlugen nach der Splittingtabelle von 1998 874 DM entspr. 494 € Kirchensteuern zu Buche. Bei der Hochrechnung auf das Jahr 2005 wurde berücksichtigt, dass die Preise in Deutschland zwischen 1998 und 2005 um 10,51% gestiegen sind (Quelle: International Financial Statistics des IWF nach de.wikipedia.org/wiki/Inflation). Einem Einkommen von 60.000 DM hätten demnach 2005 33.902 € entsprochen. Der Wert 369 € bezieht sich auf ein Einkommen von 34.000 € nach der Splittingtabelle von 2005.

Das Beispiel ist zufällig gewählt. Klicken Sie hier, um in unserer Kirchensteuertabelle für Ihre Einkommenssituation selbst nachzusehen, wie die Steuerreformen Ihre Kirchensteuer beeinflusst hat. Besonders Verheiratete wurden deutlich entlastet.


Dabei ist zu berücksichtigen, dass die tatsächlich bezahlte Kirchensteuer deutlich niedriger ausfällt, da sie vorsteuerabzugsfähig ist. Anders gesagt: Ihr Lohnsteuerbescheid weist nicht aus, wie teuer Sie die Kirche kommt, da Ihre bezahlte Kirchensteuer ähnlich wie eine Spende die gesamte Steuerlast vermindert hat.

Die Kirche und ihre Finanzen

Hintergrundinformationen


Im Zuge der Kirchenkreisspendenaktion und besonders im Faltblatt, das im März 2008 an alle Kirchenmitglieder über 21 Jahren verschickt wurde, sind eine Reihe von Zahlen veröffentlicht worden. Wie diese Zahlen zustande kommen und was sie bedeuten, wird im Folgenden erläutert.

Zusammengestellt von Martin Krarup

info Die Kirche und ihr Besitz

Wer das Kirchenland und die kirchlichen Gebäude vor Augen hat, mag sich fragen: Ist die Kirche nicht reich? Doch die gesamten Einnahmen aus Pachten, Zinsen und Vermietungen betrugen 2007 nur etwa 2 % des Haushalts. Demgegenüber müssen wir für die Baupflege über 9 % der kirchlichen Mittel aufwenden.

Die Kirchensteuer macht etwa 86 % des Haushalts unserer Kirche aus. Dies hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass jährlich bis zu einem Zehntel der Rücklagen verbraucht worden sind.

Hintergrundinformationen und Belege:

  1. AufzählungszeichenEinen guten Überblick über Einnahmen und Ausgaben unserer Landeskirche findet sich hier: Zahlen Haushalt 2007/2008.

  2. AufzählungszeichenWie die Kirche das Geld ausgibt, lässt sich im Groben an der jüngst veröffentlichten Statistik unserer Landeskirche ablesen, die wir hier zum Download zur Verfügung stellen (aus:Redaktionsservice 2008)

  3. AufzählungszeichenDie Entwicklung des Haushaltsdefizites in den letzten Jahren bildet die hier zu ladenden Graphik ab. (aus: Haushalt 2007/2008).


info Sparen so gut es geht

Seit 1994 gehen die Einnahmen der Kirche zurück. Auch die Ausgaben sind nach und nach um etwa 17 % reduziert worden - inflationsbereinigt sogar um ein Drittel. Würde nun noch einmal erheblich gekürzt, würde dies unmittelbar an der kirchlichen Arbeit spürbar werden.

Dennoch: Die Kirchengemeinden helfen einander dabei, nach weiteren Einsparmöglichkeiten zu suchen. Gemeindebriefdruckkosten, Heizen der Kirche im Winter, Fremdnutzungen der Gemeindehäuser - über alles wird gemeinsam nachgedacht. Unser Ziel: Ein Viertel der drohenden Kürzungen durch sinnvolle Sparmaßnahmen aufzufangen.

Hintergrundinformationen und Belege:

  1. AufzählungszeichenNach Auskunft des Landeskirchenamtes betrug der Haushaltsansatz für das Jahr 1994 1,127 Mrd DM entspr. 575,5 Mio €. Für 2008 beträgt der Ansatz 476,3 Mio € (vgl. Zahlen Haushalt 2007/2008).

  2. AufzählungszeichenEinen Überblick über die Entwicklung der Kirchensteuern in den letzten Jahrzehnten bietet diese Graphik: Kirchensteueraufkommen (nach: Haushalt 2007/2008).